Wechsel der Internetsuche

Nachdem ich erfolgreich meinen Webspace migriert hatte, war es an der Zeit, meine Internetsuche zu optimieren. Nach einigen Tagen Recherche entschied ich mich für Kagi als Suchmaschine. Unter macOS und iOS verwende ich seitdem den Orion-Browser.

Heute möchte ich die Vor- und Nachteile der Kagi-Suche mit den gebräuchlicheren Suchmethoden vergleichen.

Kagi unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Suchmaschinen wie Google oder Bing durch sein Geschäftsmodell: Es ist eine werbefreie Bezahlsuchmaschine. Während Google durch den Verkauf von Anzeigenplätzen und Nutzerdaten finanziert wird, zahlt man bei Kagi ein monatliches Abonnement für die reine Suchleistung.

Hier ist ein detaillierter Vergleich der Vor- und Nachteile:

Vorteile von Kagi

  • Absolute Werbefreiheit: Es gibt keine gesponserten Links oder Anzeigen. Das erste Ergebnis ist tatsächlich das, was der Algorithmus für am relevantesten hält, nicht das, wofür jemand bezahlt hat.
  • Kein Tracking & Privatsphäre: Da Kagi kein Geld mit Nutzerprofilen verdient, werden keine Daten gesammelt oder verkauft. Mit dem „Privacy Pass“ können Suchen sogar völlig anonymisiert werden.
  • Anpassbarkeit (Lenses & Ranking): Lenses: Sie können Suchen auf bestimmte Bereiche einschränken (z. B. nur in Foren wie Reddit/StackOverflow suchen oder nur im „Small Web“ – also privaten Blogs statt großen Medienseiten).
  • Domain-Ranking: Sie können bestimmte Websites (z. B. Pinterest oder inhaltsleere SEO-Farmen) dauerhaft in Ihren Ergebnissen herabstufen oder komplett blockieren.
  • Hochwertige KI-Integration: Kagi bietet integrierte KI-Assistenten (basierend auf Modellen wie Claude 3.5 oder GPT-4o), die Suchen zusammenfassen oder komplexe Fragen beantworten, ohne dass die Suchseite mit KI-generiertem „Spam“ überladen wirkt.
  • Bessere Ergebnisqualität: Durch die Kombination verschiedener Indizes (Google, Bing, eigener Kagi-Crawler) und das aktive Filtern von SEO-Spam sind die Ergebnisse oft sauberer als bei der Konkurrenz.

Nachteile von Kagi

  • Kostenpflichtig: Während Google und DuckDuckGo „kostenlos“ sind (bezahlt mit Daten/Werbung), kostet Kagi ab ca. 5 $ (Starter, begrenzt auf 300 Suchen) bis zu 25 $ (Ultimate, unbegrenzt + Premium-KI) pro Monat.
  • Login-Zwang: Um die Suche zu nutzen, müssen Sie eingeloggt sein. Das widerspricht dem Gefühl von „spontaner“ Anonymität, wie man sie von DuckDuckGo oder Startpage kennt, auch wenn Kagi verspricht, die Suchen nicht mit dem Account zu verknüpfen.
  • Schwächen bei lokaler Suche: Google Maps ist ungeschlagen. Wenn Sie nach „Bäcker in meiner Nähe“ suchen, liefert Kagi oft weniger präzise oder schlechter visualisierte Ergebnisse als Google.
  • Eingewöhnung: Die vielen Funktionen und Filter („Lenses“, „Bangs“) erfordern eine kurze Lernkurve, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

Zusammenfassung im Vergleich

FeatureGoogle/BingDuckDuckGo Kagi
KostenKostenlos (Werbung)Kostenlos (Anonyme Werbung) Abo-Modell
PrivatsphäreGering (Tracking)HochSehr Hoch
WerbungSehr vielWenigKeine
KI-FeaturesStandardmäßig erzwungenOptional/BasisHochgradig konfigurierbar
AnpassungFast keineGeringExtrem hoch (Lense/Blocking)

Mein Tipp: Kagi bietet eine kostenlose Testphase mit 100 Suchen an. Es lohnt sich besonders dann, wenn Sie beruflich viel recherchieren oder von der zunehmenden Menge an Werbung und SEO-optimierten Inhalten bei Google frustriert sind.