Blogumzug ist vollbracht

So, der Blogumzug auf den eigenen Webspace inklusive Domain und einiger Projekte ist erfolgreich abgeschlossen. Bisher läuft alles hervorragend!

Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, sämtliche Links, die ich hier poste (wie etwa Verweise auf die Google-Suche), vorab von Trackern zu befreien.

Meinen alten Blog bei Google habe ich bereits gelöscht. Zudem nutze ich nun eine eigene Nextcloud-Instanz als Cloudspeicher, auf dem auch meine Passwortmanager-Datei liegt – ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung digitale Unabhängigkeit. Das Ganze befindet sich nun in einer Testphase, bis das System dauerhaft stabil und zu meiner vollen Zufriedenheit läuft.

Sobald ich alle genutzten Accounts von Google entkoppelt habe, wird die endgültige Löschung meines Google-Kontos der folgerichtige letzte Schritt sein.

Übrigens: Der Blog kann jetzt auch bequem per RSS-Feed abonniert werden.

Was ist das Fediverse?

Das Fediverse ist ein innovatives, dezentrales Netzwerkmodell, das aus einer Vielzahl unabhängiger, aber interoperabler Server besteht, die soziale Netzwerkanwendungen hosten. Im Gegensatz zu zentralisierten Plattformen wie Twitter, Facebook oder Instagram, die von einer einzigen Entität kontrolliert werden, zeichnet sich das Fediverse durch seine dezentrale Architektur aus.

Man kann auch sich das Fediverse wie E-Mail-Dienste vorstellen. Unabhängig davon, ob Nutzer ein Konto bei Google Mail, Outlook oder einem lokalen Anbieter haben, können sie nahtlos miteinander kommunizieren. Diese Interoperabilität wird durch offene Protokolle, insbesondere ActivityPub, ermöglicht.

Jeder Server im Fediverse wird als Instanz bezeichnet und kann von Einzelpersonen, kleinen Gruppen oder Organisationen betrieben werden. Diese Instanzen haben die Freiheit, ihre eigenen Nutzungsbedingungen und Moderationsrichtlinien festzulegen. Trotz dieser Autonomie können Instanzen, die das ActivityPub-Protokoll implementieren, miteinander “föderieren”. Das bedeutet, dass Nutzer einer Instanz Inhalte (Posts, Kommentare, Medien) von Nutzern anderer föderierter Instanzen sehen und mit ihnen interagieren können.

Zu den beliebten Anwendungen im Fediverse gehören:

  • Mastodon – Eine dezentrale Mikroblogging-Plattform, die mit Twitter vergleichbar ist.
  • PeerTube – Eine dezentrale Video-Hosting-Plattform, die als Alternative zu YouTube dient.
  • Pixelfed – Eine dezentrale Plattform für den Austausch von Fotos, ähnlich wie Instagram.

Vor- und Nachteile im Vergleich zu zentralisierten Plattformen (z. B. Twitter, Bluesky)

Vorteile des Fediverse: Dezentralisierung und Resilienz – Das Fediverse ist nicht von einem einzelnen Unternehmen abhängig. Sollte eine Instanz ausfallen oder ihre Politik ändern, bleibt das Netzwerk intakt. Nutzer können problemlos zu einer anderen Instanz wechseln, ohne ihre Verbindung zum Rest des Fediverse zu verlieren. Dies minimiert das Risiko eines “Single Point of Failure”.

Datensouveränität und Privatsphäre: Nutzerdaten werden auf der jeweiligen Instanz gespeichert, bei der sie registriert sind. Dies ermöglicht eine bessere Kontrolle über die eigenen Daten und minimiert das Risiko einer umfassenden Datensammlung und -analyse durch ein einzelnes Unternehmen. Viele Projekte im Fediverse legen großen Wert auf Datenschutzprinzipien.

Anpassbarkeit und Vielfalt: Die Möglichkeit, eigene Instanzen zu erstellen, fördert eine große Bandbreite an themenspezifischen Gemeinschaften und Nischennetzwerken. Administratoren können die Software an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen, was zu einer reichhaltigeren und relevanteren Nutzererfahrung führt.

Open Source und Transparenz: Ein Großteil der Software im Fediverse ist quelloffen, was Transparenz fördert. Der Code kann von der Gemeinschaft geprüft und verbessert werden, wodurch das Risiko versteckter Funktionalitäten oder unerwünschter Datensammlung minimiert wird.

Unabhängigkeit von Algorithmen und Werbung: Viele Instanzen im Fediverse sind nicht auf Werbeeinnahmen angewiesen und verzichten daher auf aufdringliche Werbemaßnahmen. Inhalte werden oft chronologisch oder basierend auf den Abonnement-Beziehungen des Nutzers dargestellt, anstatt durch algorithmische Feed – Optimierung manipuliert zu werden.

Nutzergesteuerte Moderation: Jede Instanz im Fediverse hat ihre eigenen Moderationsregeln, die von den Betreibern der Instanz und der jeweiligen Gemeinschaft durchgesetzt werden. Dies ermöglicht ein höheres Maß an Selbstbestimmung.

Nachteile des Fediverse: Fragmentierung und Komplexität der Nutzererfahrung – Der dezentrale Charakter des Fediverse kann für neue Nutzer verwirrend sein. Sie müssen eine geeignete Instanz auswählen und das Konzept der Föderation verstehen, was eine höhere Einstiegshürde darstellt als bei zentralisierten Diensten. Darüber hinaus kann die Auffindbarkeit von Inhalten und Nutzern über verschiedene Instanzen hinweg weniger intuitiv sein.

Geringere Nutzerdichte (noch): Obwohl das Fediverse wächst, ist die absolute Nutzerzahl im Vergleich zu etablierten Big – Tech – Plattformen noch geringer. Dies kann die Reichweite von Beiträgen und die Verfügbarkeit bestimmter Influencer und Inhalte einschränken.

Inkonsistente Moderationsstandards: Da jede Instanz unabhängig ist, gibt es keine einheitlichen Moderationsstandards. Dies kann Herausforderungen bei der Bekämpfung problematischer Inhalte mit sich bringen, da jede Instanz selbst entscheiden muss, welche Inhalte sie zulässt und ob sie die Föderation mit bestimmten anderen Instanzen beendet (Deföderation).

Abhängigkeit vom Instanz-Betreiber: Obwohl Nutzer nicht von einem Konzern abhängig sind, sind sie dennoch auf die Stabilität und Entscheidungen des Administrators ihrer gewählten Instanz angewiesen. Eine schlecht gewartete oder plötzlich eingestellte Instanz kann zu Unannehmlichkeiten führen, auch wenn Migrationen möglich sind.

Entwicklung und Ressourcen: Die Entwicklung von Fediverse-Projekten wird häufig von Freiwilligen und Spenden getragen, was zu langsameren Entwicklungszyklen für neue Funktionen im Vergleich zu den gut finanzierten Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen führen kann.

Fazit: Das Fediverse bietet ein vielversprechendes Modell für ein dezentralisiertes, nutzerzentriertes und datenschutzfreundlicheres Internet. Obwohl es Herausforderungen in Bezug auf Nutzerfreundlichkeit und Skalierbarkeit gibt, schätzen viele Nutzer die Vorteile von Autonomie, Privatsphäre und Resilienz, die es im Vergleich zu zentralisierten Alternativen wie Twitter oder Bluesky bietet. Bluesky versucht zwar, ein offeneres Protokoll (AT-Protokoll) zu etablieren, operiert derzeit jedoch noch in einer deutlich zentralisierteren Struktur.

Wechsel der Internetsuche

Nachdem ich erfolgreich meinen Webspace migriert hatte, war es an der Zeit, meine Internetsuche zu optimieren. Nach einigen Tagen Recherche entschied ich mich für Kagi als Suchmaschine. Unter macOS und iOS verwende ich seitdem den Orion-Browser.

Heute möchte ich die Vor- und Nachteile der Kagi-Suche mit den gebräuchlicheren Suchmethoden vergleichen.

Kagi unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Suchmaschinen wie Google oder Bing durch sein Geschäftsmodell: Es ist eine werbefreie Bezahlsuchmaschine. Während Google durch den Verkauf von Anzeigenplätzen und Nutzerdaten finanziert wird, zahlt man bei Kagi ein monatliches Abonnement für die reine Suchleistung.

Hier ist ein detaillierter Vergleich der Vor- und Nachteile:

Vorteile von Kagi

  • Absolute Werbefreiheit: Es gibt keine gesponserten Links oder Anzeigen. Das erste Ergebnis ist tatsächlich das, was der Algorithmus für am relevantesten hält, nicht das, wofür jemand bezahlt hat.
  • Kein Tracking & Privatsphäre: Da Kagi kein Geld mit Nutzerprofilen verdient, werden keine Daten gesammelt oder verkauft. Mit dem „Privacy Pass“ können Suchen sogar völlig anonymisiert werden.
  • Anpassbarkeit (Lenses & Ranking): Lenses: Sie können Suchen auf bestimmte Bereiche einschränken (z. B. nur in Foren wie Reddit/StackOverflow suchen oder nur im „Small Web“ – also privaten Blogs statt großen Medienseiten).
  • Domain-Ranking: Sie können bestimmte Websites (z. B. Pinterest oder inhaltsleere SEO-Farmen) dauerhaft in Ihren Ergebnissen herabstufen oder komplett blockieren.
  • Hochwertige KI-Integration: Kagi bietet integrierte KI-Assistenten (basierend auf Modellen wie Claude 3.5 oder GPT-4o), die Suchen zusammenfassen oder komplexe Fragen beantworten, ohne dass die Suchseite mit KI-generiertem „Spam“ überladen wirkt.
  • Bessere Ergebnisqualität: Durch die Kombination verschiedener Indizes (Google, Bing, eigener Kagi-Crawler) und das aktive Filtern von SEO-Spam sind die Ergebnisse oft sauberer als bei der Konkurrenz.

Nachteile von Kagi

  • Kostenpflichtig: Während Google und DuckDuckGo „kostenlos“ sind (bezahlt mit Daten/Werbung), kostet Kagi ab ca. 5 $ (Starter, begrenzt auf 300 Suchen) bis zu 25 $ (Ultimate, unbegrenzt + Premium-KI) pro Monat.
  • Login-Zwang: Um die Suche zu nutzen, müssen Sie eingeloggt sein. Das widerspricht dem Gefühl von „spontaner“ Anonymität, wie man sie von DuckDuckGo oder Startpage kennt, auch wenn Kagi verspricht, die Suchen nicht mit dem Account zu verknüpfen.
  • Schwächen bei lokaler Suche: Google Maps ist ungeschlagen. Wenn Sie nach „Bäcker in meiner Nähe“ suchen, liefert Kagi oft weniger präzise oder schlechter visualisierte Ergebnisse als Google.
  • Eingewöhnung: Die vielen Funktionen und Filter („Lenses“, „Bangs“) erfordern eine kurze Lernkurve, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

Zusammenfassung im Vergleich

FeatureGoogle/BingDuckDuckGo Kagi
KostenKostenlos (Werbung)Kostenlos (Anonyme Werbung) Abo-Modell
PrivatsphäreGering (Tracking)HochSehr Hoch
WerbungSehr vielWenigKeine
KI-FeaturesStandardmäßig erzwungenOptional/BasisHochgradig konfigurierbar
AnpassungFast keineGeringExtrem hoch (Lense/Blocking)

Mein Tipp: Kagi bietet eine kostenlose Testphase mit 100 Suchen an. Es lohnt sich besonders dann, wenn Sie beruflich viel recherchieren oder von der zunehmenden Menge an Werbung und SEO-optimierten Inhalten bei Google frustriert sind.